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Die „Red Caps“ von Awely arbeiten in den Gebieten, die an den Süd-Luangwa-Nationalpark im Norden Sambias angrenzen. Die Menschen die dort wohnen, sind Landwirte, die größtenteils von dem leben, was sie selbst auf ihren Feldern anbauen. Und da die Bevölkerungszahl stetig steigt, müssen auch die Ackerflächen vergrößert werden. Da dadurch der Lebensraum für Elefanten, Flusspferde, Büffel und andere Grasfresser, die außerhalb des Nationalparks leben, schrumpft, entstehen unweigerlich Konflikte, da die Tiere Felder zertrampeln, Ernten plündern und Getreidespeicher zerstören. Andererseits jagen die Dorfbewohner Wildtiere für ihr Fleisch oder zum Verkauf von Trophäen.
Die Awely „Red Caps“ arbeiten gemeinsam mit diesen Gemeinden, um Lösungen zu finden, wie die Felder geschützt werden können und wie die Landnutzung so angepasst werden kann, dass sie sowohl den Menschen nutzt und den Wildtieren keinen Schaden zufügt. Die „Red Caps“ leiten z.B. Workshops, schulen in Methoden, wie Elefanten von Feldern fern gehalten werden können, geben auch Anleitungen zum Anbau angepasster Feldfrüchte und Erntezeiten. Weiterhin führen die „Red Caps“ Bildungsprogramme für verschiedene Zielgruppen durch, die das Verhalten der Wildtiere erklären und auf den Wert und die Bedeutung der Tiere aufmerksam machen.
Durch diese Aktionen zielt Awely zusammen mit ihrem Partner, der South Luangwa Conservation Society, auf eine Reduzierung der illegalen Jagd (insbesondere durch Drahtschlingen) in dieser Region sowie auf die Vermittlung bei Mensch-Wildtier-Konflikten.
Dieses Projekt ist bereits gestartet, wir suchen jedoch noch langfristige Finanzierungen.
Projektgebiet
Der Süd-Luangwa-Nationalpark liegt in einem weiten Tal, das durch den wilden Luangwa Fluss geschaffen wurde. Typisch für diese Region ist eine Mischung aus Grasland, das mit Bäumen und Büschen durchsetzt ist und Wäldern, die vor allem in den Niederungen liegen.
Einst war Luangwa eines der interessantesten Länder, um Spitzmaulnashörner und Elefanten zu beobachten, doch durch massive Wilderei wurden zwischen 1970 und 1990 die Nashörner vollständig und die Elefanten fast ausgerottet. Heute übernimmt Sambia eine große Verantwortung in der Unterschutzstellung besonders bedeutsamer Wildnisgebiete. In der Umgebung dieser Schutzgebiete kommt es nun jedoch verstärkt zu Konflikten zwischen Wildtieren und Bevölkerung.
Hintergrund
In Sambia leben ca. 10,2 Millionen Menschen und die Bevölkerungsdichte ist mit 14 Menschen pro Quadratkilometer relativ gering. Da etwa 20 % der Bevölkerung in den Städten lebt, sind in den ländlichen Gebiete noch große, relativ menschenleere Wildnisgebiete vorzufinden. Weiterhin ist Sambia eines der ärmsten Länder der Erde: Nach Angaben von UNICEF müssen etwa zwei Drittel der Sambier von unter 1 US $ pro Tag leben. Etwa 85 % der Bevölkerung arbeiten im landwirtschaftlichen Bereich, meist als kleine Subsistenzbauern. In einigen Gebieten, wie z.B. dem Süd-Luangwa-Nationalpark, ist der Tourismus eine weitere wichtige Einnahmequelle. Der Ausbau des Tourismus bringt allerdings auch einen Anstieg der Bevölkerungsdichte am Rande der Schutzgebiete mit sich, was wiederum verstärkt zu Mensch-Wildtier-Konflikten führt.
Tiere und Menschen im Konflikt
Im Luangwa Ökosystem leben über 50.000 Menschen und 10.000 Elefanten und häufig ziehen Wildtiere durch Dörfer und Felder. Eine steigende Zahl von Dorfbewohnern in der Gegend berichten, dass Elefanten die Hauptursache für Konflikte sind und bedeutende Mengen der Ernte vernichten sowie Hütten und Zäune beschädigen. Weiterhin werden immer wieder Menschen getötet, wenn sie Elefanten von den Feldern vertreiben wollen oder während sie zu Fuß von einem Dorf zum anderen unterwegs sind. Doch auch Flusspferde, Büffel und Paviane bereiten den Dorfbewohnern Probleme, da sie Felder zerstören, die Ernte plündern oder den Menschen gefährlich werden. Der Verlust der Ernte, von Hütten oder gar Menschenleben verbunden mit Armut und dem Fehlen anderer Einkommensquellen wirkt sich negativ auf die Akzeptanz von Wildtieren aus. Die daraus folgende verstärkte Wilderei, vor allem durch die Nutzung von Drahtschlingen, ist ein großes Problem im Luangwa-Ökosystem.
Ziel von Awelys „Red Caps“ in Sambia
Durch die Aktivitäten der „Red Caps“ in der Region angrenzend an den Süd-Luangwa Nationalpark (Pufferzone) zielt Awely auf eine Verbesserung der Beziehung zwischen Menschen und Wildtieren. Zusammen mit der lokalen Bevölkerung werden neuen Methoden entwickelt, um die Felder und Dörfer vor Wildtieren zu schützen, ohne ihnen zu schaden. Eine weitere wichtige Aufgabe der Awely „Red Caps“ in Sambia ist die illegale Jagd, insbesondere das Legen von Drahtschlingen, einzudämmen. Erster Schritt in diesem Prozess ist eine umfangreiche Bildungsarbeit mit verschiedenen Zielgruppen (wie Landwirten, lokalen Autoritäten, Schülern oder Frauengruppen), um ein Verständnis für das Verhalten, den Wert und die Bedeutung der Wildtiere zu schaffen.
So wird Awely aktiv
Billy Banda koordiniert das Projekt „Red Caps“ in Sambia. Er besucht regelmäßig die Dörfer und tauscht sich dort intensiv mit den Bewohnern aus, um deren Probleme und Bedürfnisse kennenzulernen und sie über verbeugende Maßnahmen zu informieren. Darüber hinaus untersucht er alle Konflikte im Projektgebiet. Sobald ein Konflikt auftritt, interviewt er die Opfer und Zeugen, fotografieret die Ausmaße des Schadens und beschreiben im Detail, welche Tierarten beteiligt waren. Mit den gesammelten Informationen werden in Kooperation mit unseren Partnern passenden Strategien entwickelt. Durch Schulungen, z.B. über die Ursachen von Konflikten mit Wildtieren und einfache Schutzmassnahmen für Felder und Dörfer werden die Menschen umfassend informiert. Dabei werden Beispiele aus anderen Ländern genutzt, in denen Mensch-Wildtier-Konflikte bereits erfolgreich gelöst wurden. Diese Informationen werden von Awelys weltweitem Konfliktnetzwerk bereitgestellt.
Billy Banda betreut ebenfalls einige Bauern, die Chilis einsetzen, um Elefanten abzuschrecken. Dabei werden Zäune aus Schnur und Sackstoff um die Felder aufgebaut und mit einer Mischung aus Altöl, Fett und Chillies behandelt. Außerdem werden getrocknete Chilies verbrannt, sobald sich Elefanten dem Feld nähern. Diesen beißenden Geruch mögen die Elefanten mit ihren sensiblen Nasen überhaupt nicht. Wird die Technik richtig eingesetzt, erzielen die Bauern große Erfolge. Doch der Anbau von Chili hat noch eine Vorteil: Der Überschuss kann verkauft werden. Zusammen mit der Firma Eco-6 plant Awely die Chilis in Europa zu vertreiben. Die Bauern verdienen sich damit ein zusätzliches Einkommen und werden Unabhängiger von der Jagd.
Zusammenarbeit ist der Schlüssel
Awely arbeitet eng mit lokalen Organisationen zusammen, die eine ähnliche Philosophie wie wir haben. In Sambia ist dies die South Luangwa Conservation Society (SLCS), eine regierungsunabhängige Organisation, die sich zur Aufgabe gemacht hat Wildtiere und natürliche Ressourcen im Nationalpark und den angrenzenden Reservaten zu schützen. Hier lesen Sie mehr über unseren Partner.
Darüber hinaus tauschen die „Red Caps“ ihre Erfahrungen und Informationen mit ihren Kollegen von Awely weltweit aus. Denn sie arbeiten zu den gleichen Themen, allerdings in anderen ökologischen und kulturellen Zusammenhängen. Dieses Netzwerk wird helfen, die am besten angepassten Methoden auszuwählen, um unser Vorgehen noch erfolgreicher zu machen.
Entdecken Sie Awelys weitere „Red Cap“- und „Green Cap“-Projekte.
Photos : © Awely
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